Starke Frauen sind nicht immer gute Menschen

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Wie ein alter, buckliger Stegosaurier sitzt meine Oma in ihrem Rollstuhl und starrt durch die orangenen Gläser ihrer Brille ins Leere. Bis ich sie antippe und sage: „Hallo, Omma!“ meine ich, sie habe nichts von dem mitbekommen, was um sie herum geschieht und das wäre nicht einmal viel gewesen.
Heute ist Welt-Frauentag und alle gedenken an die starken Frauen in unserem Alltag und unseren Familien, in unserem Freund*innen- und Bekanntenkreis, aus unserer Gesellschaft oder aus längst vergangenen Zeiten. Offensichtlich scheint es immer um Frauen zu gehen, die man* im Allgemeinen als „gute Menschen“ bezeichnen würde, da sie sich mit Mut und Leidenschaft für eine besondere Sache eingesetzt haben, die die Rechte von Frauen gestärkt hat bzw. stärkt. Ich finde fast ausschließlich idealisierte Darstellungen von Frauen und bin etwas verunsichert darüber, ob mein nächtlicher Gedanke, einen Text zu diesem Thema zu schreiben, ein guter war.
Ich möchte den Frauentag zum Anlass nehmen, eine Geschichte von einer Frau zu erzählen, der ich ebenfalls das Label „starke Frau“ zuordnen würde, weil sie in ihrem Leben viel gekämpft und viel geleistet hat für ihre Familie, aber auch viel für sich selber. Weiterlesen

Der Hassel ist nicht Gotham City.

Es ist Herbst. Das merke ich daran, dass kaum weniger als eine Stunde nach Feierabend die Silhouetten der schönen Häuserfassaden der Sternstraße von jetzt auf gleich scherenschnittartig vor einer schwarzen Leinwand erleuchten. Im Nebelschwaden knistern umherwehende Blätter und ich kuschele mich in meinen Mantel, da es kalt geworden ist. Es heißt, dass mit dem verfrühten Einbruch der Dunkelheit nun auch vermehrt böse Gestalten durch die Straßen Magdeburgs zögen, die sich insbesondere am Hasselbachplatz versammeln, um Unruhe zu stiften. Der Hassel als Sammelstelle von Bösewichten?

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Auch Gulasch wird aus Mut gemacht.

Mein Kreislauf war am Ende. So mussten sich dehydrierte Kanarienvögel fühlen. Der nächste Späti hatte kalte Getränke mit Koffeingehalt – wohlbemerkt in Dosen, ohne Pfand. Wir gingen nun schon seit Stunden durch die brennende Sonne, aber waren wie in einem Rausch von Neugierde. Hot Classic Film GIF by Warner ArchiveUnsere Augen saugten alles auf, was sie erhaschen konnten, denn die Straßen waren voll von wundersamen und uns unbekannten Entdeckungen. Straßen wie aus vergangenen Zeiten, von der Geschichte gezeichnet. Schlafen konnten wir auch zu Hause, dachte ich und schaute N. von der Seite an. Sicher war ihm noch heißer, aber er ließ es sich nicht anmerken. Wer von uns hätte im Februar gedacht, dass uns ein Jahrhundertsommer bevorstünde? Vielleicht wäre unsere Entscheidung dann doch auf Kopenhagen gefallen?! Stattdessen: Budapest. Weiterlesen

Bloggen macht stark.

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Ich kenne jemanden*, der* gegenüber fremden Menschen und Situationen so nervös reagiert, dass er* manchmal ziemlich verzweifelt ist und sich dann lieber verkriecht in sein* Bett, ein Ort, an dem er* alleine und sicher ist. Zumindest für den Moment. Ganz oft fragt er* sich, woher das eigentlich kommt, dieses kribbelnde Gefühl, dass sich zuerst in den Händen sammelt, sich dann ganz rasch über die Unterarme bis in jeden noch so kleinen Winkel des Körpers ausbreitet und einen in bestimmten Alltagssituationen zu diesem komischen Verhalten zwingt? Weiterlesen

Das ist keine Laufmasche, das ist mein löchriges Ego.

Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich manchmal auf die Idee kommen, es hätte Wahnsinn geregnet.

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Denn bei der überschwemmenden Feindseligkeit, die dir in nur einem kurzen Moment so manche Arbeitskollegin, Sportkurskameradin, Freundin der Freundin, Ex-Affäre des derzeitigen Partners oder vorerst einfach nur unscheinbare Frau in der Schlange an der Supermarktkasse, in Form eines Blickes entgegenzuwerfen im Stande ist, zweifelst du plötzlich daran, dass es sich hierbei um Menschen und nicht vielmehr um falsch gepolte Cyborgs handelt. Weiterlesen

Auf ein fettes, faules und freies neues Jahr

JulesFuchs2018Wenn man gerade den alljährlichen Wahnsinn des Weihnachtsfestes überstanden hat, hält unsere Kultur ja noch einen letzten Feieranlass in dem alten Jahr parat: Silvester. Während in allen Medien die Legende eines Ritus der guten Vorsätze wachgerufen wird, Lifestylezeitschriften und Healthy Living Blogs schon wieder altbewährte und auf neu getrimmte Diätkonzepte, Alkoholabstinenz- und Nikotinentwöhnungstricks aus den Schubladen gekramt und mit neuen Pics aufgemotzt haben, erscheinen in dieser Jahresendzeitstimmung auch Prophezeiungen neuer Wege aus dem Singledasein, dem unbefriedigenden Berufs– oder Sexualleben oder Kinderlosigkeit mithilfe von hypnotherapeutischem Coaching. Ein Streifzug durch die Werbebotschaften des Internets macht es dieser Tage zwischen den Tagen möglich, den Zeitgeist unserer Gesellschaft einzufangen. Und irgendwie fällt mir auf, wie wenig ich offensichtlich zur Zielgruppe dieser Angebote zähle. Oder es mir zumindest so zurechtlege. Denn auch ich bin in diesem Jahr des Öfteren wieder in die Selbstoptimierungsfalle getappt und habe es währenddessen nicht einmal mitbekommen. Das nehme ich nun zum Anlass, um mich mit dem Ritual des guten Vorsatzes betraut zu machen: Indem ich es praktiziere. Weiterlesen

Weihnachten im gebärfreudigen Alter.

Als wir Kinder waren, mein Bruder und ich, da haben wir einige Wochen vor Weihnachten immer einen Wunschzettel geschrieben. Mehrere Stunden habe ich damit verbracht dem Christkind mithilfe von mehr oder weniger abstrakten Buntstiftstiftzeichnungen zu verklickern, was es mir doch alles Schönes zu Weihnachten bringen möge.

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Magisch wurde es dann, wenn der Wunschzettel plötzlich über Nacht von der Fensterbank verschwunden war. Meine Mama hatte dann stets die einzig plausible Erklärung parat: Es wurde abgeholt. Ja, und sie habe sogar gesehen von wem. Es war ein kleines Kind, weiß gewandet, mit lockigen Haaren und Flügelchen auf dem Rücken. Natürlich glaubte ich das. Ich meine, ich war fünf. Manchmal wünschte ich mir, es wäre immer noch so einfach das Christkind postalisch zu erreichen. Doch heute verrichteten hauptsächlich die gestressten und schlecht bezahlten Männer von DHL das Weihnachtspostgeschäft. Und spätestens seit ich irgendwann die selbstgeschriebenen Wunschzettel im Küchenschrank hinter weiteren gesammelten Urlaubspostkarten von Verwandten und Bekannten unserer Familie wiederfand, war mein Glaube an ein kleines Engelchen mit goldenem Haar, das uns jedes Jahr mit Weihnachtsgeschenken versorgte, verflogen wie ein Seifenblasenschloss und damit hatte wohl auch schlussendlich meine Kindheit ein Ende gefunden, sollte man meinen. Aber wer bestimmte eigentlich darüber, wann Kindheit anfing und wann Kindheit aufhörte? Der Oberste der Spielzeuglobby? Das Jugendamt? Rousseau oder doch der liebe Gott? Weiterlesen

Von Pfoten und Quoten. Ein Leben nach der Wahl.

 

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Die Menschen in Deutschland haben gewählt. Und was kam dabei heraus? Die AfD ist im Bundestag. Aber: Wie konnte das passieren? Für viele vielleicht weniger überraschend, doch irgendwie habe ich mir das zuvor nicht ausgemalt und jetzt, jetzt ist der Fall eingetreten und was daraus nun folgt, werden wir nunmehr erleben. Aber sollten wir nicht eigentlich vielmehr darüber sprechen? Weiterlesen

Wir müssen reden.

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Nun ist es wieder soweit: Deutschland sucht die Bundesregierung. Und auch in diesem Wahldurchlauf wird es keine großen Sprünge geben. Aus alt mach neu sozusagen und die Medien können sich dann endlich wieder auf ihr Alltagsgeschäft, der negativen Inszenierung von Weltereignissen, konzentrieren. Achja und dem Wetter und der Sportberichterstattung, ganz klar. Weiterlesen