Der Hassel ist nicht Gotham City.

Es ist Herbst. Das merke ich daran, dass kaum weniger als eine Stunde nach Feierabend die Silhouetten der schönen Häuserfassaden der Sternstraße von jetzt auf gleich scherenschnittartig vor einer schwarzen Leinwand erleuchten. Im Nebelschwaden knistern umherwehende Blätter und ich kuschele mich in meinen Mantel, da es kalt geworden ist. Es heißt, dass mit dem verfrühten Einbruch der Dunkelheit nun auch vermehrt böse Gestalten durch die Straßen Magdeburgs zögen, die sich insbesondere am Hasselbachplatz versammeln, um Unruhe zu stiften. Der Hassel als Sammelstelle von Bösewichten?

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Auch Gulasch wird aus Mut gemacht.

Mein Kreislauf war am Ende. So mussten sich dehydrierte Kanarienvögel fühlen. Der nächste Späti hatte kalte Getränke mit Koffeingehalt – wohlbemerkt in Dosen, ohne Pfand. Wir gingen nun schon seit Stunden durch die brennende Sonne, aber waren wie in einem Rausch von Neugierde. Hot Classic Film GIF by Warner ArchiveUnsere Augen saugten alles auf, was sie erhaschen konnten, denn die Straßen waren voll von wundersamen und uns unbekannten Entdeckungen. Straßen wie aus vergangenen Zeiten, von der Geschichte gezeichnet. Schlafen konnten wir auch zu Hause, dachte ich und schaute N. von der Seite an. Sicher war ihm noch heißer, aber er ließ es sich nicht anmerken. Wer von uns hätte im Februar gedacht, dass uns ein Jahrhundertsommer bevorstünde? Vielleicht wäre unsere Entscheidung dann doch auf Kopenhagen gefallen?! Stattdessen: Budapest. Weiterlesen

Bloggen macht stark.

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Ich kenne jemanden*, der* gegenüber fremden Menschen und Situationen so nervös reagiert, dass er* manchmal ziemlich verzweifelt ist und sich dann lieber verkriecht in sein* Bett, ein Ort, an dem er* alleine und sicher ist. Zumindest für den Moment. Ganz oft fragt er* sich, woher das eigentlich kommt, dieses kribbelnde Gefühl, dass sich zuerst in den Händen sammelt, sich dann ganz rasch über die Unterarme bis in jeden noch so kleinen Winkel des Körpers ausbreitet und einen in bestimmten Alltagssituationen zu diesem komischen Verhalten zwingt? Weiterlesen

Das ist keine Laufmasche, das ist mein löchriges Ego.

Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich manchmal auf die Idee kommen, es hätte Wahnsinn geregnet.

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Denn bei der überschwemmenden Feindseligkeit, die dir in nur einem kurzen Moment so manche Arbeitskollegin, Sportkurskameradin, Freundin der Freundin, Ex-Affäre des derzeitigen Partners oder vorerst einfach nur unscheinbare Frau in der Schlange an der Supermarktkasse, in Form eines Blickes entgegenzuwerfen im Stande ist, zweifelst du plötzlich daran, dass es sich hierbei um Menschen und nicht vielmehr um falsch gepolte Cyborgs handelt. Weiterlesen

Weihnachten im gebärfreudigen Alter.

Als wir Kinder waren, mein Bruder und ich, da haben wir einige Wochen vor Weihnachten immer einen Wunschzettel geschrieben. Mehrere Stunden habe ich damit verbracht dem Christkind mithilfe von mehr oder weniger abstrakten Buntstiftstiftzeichnungen zu verklickern, was es mir doch alles Schönes zu Weihnachten bringen möge.

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Magisch wurde es dann, wenn der Wunschzettel plötzlich über Nacht von der Fensterbank verschwunden war. Meine Mama hatte dann stets die einzig plausible Erklärung parat: Es wurde abgeholt. Ja, und sie habe sogar gesehen von wem. Es war ein kleines Kind, weiß gewandet, mit lockigen Haaren und Flügelchen auf dem Rücken. Natürlich glaubte ich das. Ich meine, ich war fünf. Manchmal wünschte ich mir, es wäre immer noch so einfach das Christkind postalisch zu erreichen. Doch heute verrichteten hauptsächlich die gestressten und schlecht bezahlten Männer von DHL das Weihnachtspostgeschäft. Und spätestens seit ich irgendwann die selbstgeschriebenen Wunschzettel im Küchenschrank hinter weiteren gesammelten Urlaubspostkarten von Verwandten und Bekannten unserer Familie wiederfand, war mein Glaube an ein kleines Engelchen mit goldenem Haar, das uns jedes Jahr mit Weihnachtsgeschenken versorgte, verflogen wie ein Seifenblasenschloss und damit hatte wohl auch schlussendlich meine Kindheit ein Ende gefunden, sollte man meinen. Aber wer bestimmte eigentlich darüber, wann Kindheit anfing und wann Kindheit aufhörte? Der Oberste der Spielzeuglobby? Das Jugendamt? Rousseau oder doch der liebe Gott? Weiterlesen

Wir müssen reden.

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Nun ist es wieder soweit: Deutschland sucht die Bundesregierung. Und auch in diesem Wahldurchlauf wird es keine großen Sprünge geben. Aus alt mach neu sozusagen und die Medien können sich dann endlich wieder auf ihr Alltagsgeschäft, der negativen Inszenierung von Weltereignissen, konzentrieren. Achja und dem Wetter und der Sportberichterstattung, ganz klar. Weiterlesen

Die roten Fäden meines Lebens.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es irgendwann einmal eine regelmäßig stattfindende Trainingsstunde gegeben haben muss, in der alle Menschen professionell darauf vorbereitet wurden, eigenhändig den perfekten Plan vom eigenen Leben zu entwerfen. Auch bin ich mir sicher, dass man in diesem Training fachmännisch in alle grundlegenden Skills eingearbeitet wurde, die zur Realisierung dieses Plans zählen und einem* zu dem Menschen* machen, der* aus gesellschaftlicher Sicht als nicht gescheitert, sondern erfolgreich und letzten Endes als dazugehörig anerkannt wird. Nach Abschluss dieses Trainings könne man* quasi gewissenlos ins Leben aufbrechen, ohne dass man* jemals wieder in eine Situation von Verunsicherung geraten würde. Klingt einfach, so umsichtig und gestärkt losgeschickt zu werden auf die Lebensreise, doch schlussendlich habe ich die Befürchtung, dass man schon schnell auf der Insel der Spießigkeit strandet. Aber: Ist es das, was ich will?

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Alle, die an dieser Stelle mit Nein oder weiß nicht reagieren, sind womöglich diejenigen, an denen genauso wie an mir die Einladung zu diesem besagten Trainingsunterricht vorbeigegangen ist. Hallo an dieser Stelle. Ihr seid nicht alleine. Weiterlesen

Just another Tinder-Grippe.

08.01.2016 14:35 Uhr

Salut, M. Ich hoffe, du hast etwas von der Sonne heute. Welch Geschenk  🙂 Ich freue mich auf später. Kommst du am Bahnhof an? Bitte lass jegliche Erwartungen daheim 😉 Es wird unkonventionell und sicher fein. Allerliebst, Jules*

       15:04 Uhr

Ich bin gespannt! Ich lande am Bahnhof, ja. Wo wollen wir uns treffen? Den HBF kenne ich nicht sooo gut.

15:59 Uhr

Wir können uns in der Bahnhofsvorhalle beim Blumengeschäft treffen. Wenn du von den Gleisen kommst, liegt es direkt rechts am Eingang.

16:33 Uhr

So machen wir das! Bis gleich.

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